"Ich bin ok. Du bist ok."
So entwickelst du eine positive Haltung zu dir und deinen Mitmenschen

“Ich bin OK Du bist OK” Dahinter verbirgt sich ein Konzept, die dir als Orientierung für den Umgang mit deinen Mitmenschen dienen kann. In diesem Artikel erhältst du einen Überblick über die OK-Positionen, inklusive Anwendung, das gleichnamige Buch, Beispiel und PDF-Übung.
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1. Das Okay-Geviert: Wie deine innere Haltung dein Leben beeinflusst
Warum fühlen sich manche in zwischenmenschlichen Beziehungen sicher und wertgeschätzt, während andere eher Misstrauen oder Unsicherheit empfinden? Die Transaktionsanalyse liefert darauf eine Antwort: Sie geht davon aus, dass jeder Mensch eine grundlegende innere Haltung zu sich selbst und zu anderen entwickelt – die sogenannten OK-Positionen.
Diese innere Haltung entsteht bereits in der frühen Kindheit und prägt unser gesamtes Denken, Fühlen und Handeln. Sie beeinflusst, wie wir kommunizieren, wie wir Konflikte lösen und wie wir unser Leben wahrnehmen. Ein Modell, das diese Haltungen sichtbar macht, ist das Okay-Geviert. Es zeigt, welche Positionen Menschen einnehmen können und welche Auswirkungen das auf ihre Beziehungen und ihr Selbstbild hat. Schau dir einmal das folgende Bild mit den vier Positionen an:

Dieses Diagramm beschreibt 2 Dinge:
- Jeder Mensch wählt als Kleinkind unbewusst eine dieser Positionen als seine persönliche Grundhaltung. Sie entwickelt sich aus den frühen Erfahrungen mit Bezugspersonen und bleibt oft ein Leben lang bestehen.
- Gleichzeitig können wir in verschiedenen Situationen auch andere Positionen einnehmen – abhängig von unseren Erlebnissen und dem Kontext, in dem wir uns bewegen.
Entstehung der Lebensgrundpositionen
Schon als Kinder brauchen wir eine Orientierung, um die Welt zu verstehen. Wir machen Erfahrungen, die uns prägen: Werden unsere Bedürfnisse zuverlässig erfüllt? Werden wir gesehen und ernst genommen? Fühlen wir uns sicher? Diese Erlebnisse formen unser Selbstbild und unser Bild von anderen Menschen.
Ein Kind, das wiederholt erfährt, dass es wertvoll und angenommen ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Haltung „Ich bin okay – du bist okay“ entwickeln. Doch nicht immer verläuft die Kindheit so positiv. Auch in eigentlich guten Familien kann es passieren, dass ein Kind erlebt: „Ich bin nicht okay“ – etwa, wenn es sich nicht genug geliebt oder gehört fühlt. Oder es kommt zu der Überzeugung: „Du bist nicht okay“, wenn es erfährt, dass andere Menschen unzuverlässig oder ablehnend sind.
So entstehen tief verankerte Überzeugungen darüber, wie wir uns selbst und andere wahrnehmen – und diese bestimmen unser Verhalten im Alltag.
Die gute Nachricht: Diese Grundhaltungen sind nicht in Stein gemeißelt. Mit Bewusstsein, Reflexion und gezieltem Coaching – beispielsweise im Coaching – ist es möglich, eingefahrene Muster zu erkennen und die eigene Haltung zu verändern.
Wer sich mit dem Okay-Geviert auseinandersetzt, lernt nicht nur sich selbst besser kennen, sondern bekommt auch ein Werkzeug an die Hand, um Kommunikation und Beziehungen bewusster zu gestalten. Die Frage ist: In welcher OK-Position siehst du dich – und wie wirkt sich das auf dein Leben aus?
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Grundhaltung der vier Lebenspositionen
Menschen mit der Lebensgrundposition “Ich bin OK. Du bist OK.” nehmen sich selbst und andere als grundsätzlich in Ordnung wahr. In herausfordernden Situationen richten sie ihren Blick sowohl auf äußere Faktoren als auch auf ihren eigenen Beitrag. Dadurch sind sie besonders lösungsorientiert und in der Lage, konstruktiv mit Problemen umzugehen.
Wer die Position “Ich bin OK. Du bist nicht OK.” einnimmt, neigt dazu, andere abzuwerten und die Ursache für Schwierigkeiten vor allem in der Umwelt zu suchen. Selbstreflexion fällt hier schwer, und die Lösungsorientierung ist eingeschränkt. Man fühlt sich möglicherweise machtlos, da die Verantwortung für Probleme vor allem bei anderen gesehen wird.
Menschen mit der Lebensgrundposition “Ich bin nicht OK. Du bist OK.” tendieren dazu, sich selbst abzuwerten und Fehler vor allem bei sich zu suchen. Dies kann dazu führen, dass sie sich als unfähig oder minderwertig erleben, was aktives Handeln erschwert und die Lösungsorientierung einschränkt.
Wer die Position “Ich bin nicht OK. Du bist nicht OK.” einnimmt, sieht sich selbst und andere in einem negativen Licht. Diese Haltung ist geprägt von Resignation und Verzweiflung. Da sie schwer auszuhalten ist, bleibt sie in der Regel nicht dauerhaft bestehen.
Verschiedene Situationen, verschiedene Positionen
Es ist auch von der Situation abhängig, welche Position Menschen besetzen. Eine Person könnte in unterschiedlichen Szenarien beispielsweise diese Positionen einnehmen:
- Die eigene Geburtstagsfeier (OK/OK)
- Beim Fußballschauen auf die gegnerische Mannschaft schimpfen oder beim Lästern über Arbeitskollegen (OK/Nicht OK)
- Wenn man einen Anfänger-Tanzkurs besucht und die anderen scheinbar schon viel mehr können (Nicht OK/ OK)
- Nach einem Streit mit dem Partner (Nicht OK/Nicht OK)
Jedoch bleibt die eigene Lebens-Grundposition bestehen, die sich wie ein roter Faden durch das Leben zieht. Es gibt jedoch auch Möglichkeit an der Lebensgrundposition etwas zu ändern. Dazu kommen wir später im Beispiel.
2. Die Menschen sind in Ordnung - Eine alltagstaugliche Haltung
Fängst du an, dich mit der Transaktionsanalyse zu befassen, wirst du auch auf ihre Grundannahmen stoßen. Eine lautet: Die Menschen sind in Ordnung. Für mich klang das anfangs ziemlich banal. Allerdings ist die Umsetzung dieser simplen Grundannahme alles andere als simpel.
Gerade im alltäglichen Verhalten kann es anspruchsvoll sein, diese Haltung durchgehend zu berücksichtigen.
"Die Menschen sind in Ordnung" meint, dass jeder Mensch von Geburt an in Ordnung ist. Daran gibt es nichts zu rütteln. Das “in Ordnung sein” rührt daher, dass er als ein Lebewesen geboren ist. So wie ein Hund für uns Menschen auch in Ordnung ist. Er muss nichts leisten. Er ist da und das ist in Ordnung.
Es geht um den Wert des Menschen als Lebewesen. Das Verhalten kann nicht in Ordnung sein, der Mensch selber bleibt es aber. In der Transaktionsanalyse wird eine strikte Trennung zwischen Person und Verhalten vorgenommen. Die Person ist IMMER ok, das Verhalten kann auch nicht ok sein.
- “Ich mag dich” - kann ein Ausdruck sein von: Ich bin ok Du bist ok. Es ist ein Kompliment, welches die Person in den Vordergrund stellt.
- “Ich kann dich nicht leiden” - stellt einen Ausdruck dar von: Ich bin ok Du bist nicht ok. Hier wird ebenfalls die Person in den Vordergrund gestellt, allerdings auf negative Weise. Die Person kann sich nicht anders verhalten, sondern wird per se abgewertet. Transaktionsanalytiker lassen solche Haltungen nicht zu, sondern setzen sich für eine Ok-Ok Haltung ein.
3. Ich bin ok Du bist ok - Das Buch
1967 veröffentlichte Thomas Anthony Harris das Buch mit dem Titel: "Ich bin o.k. Du bist o.k". Dieser wurde von den Ok-Positionen abgeleitet, die eine Grundhaltung der Transaktionsanalyse widerspiegeln. Tatsächlich handelt es sich bei dem Buch um eine Einführung in die Transaktionsanalyse.

Das Werk ist nach wie vor populär, jedoch an Aktualität etwas in die Jahre gekommen. Beispielsweise wird Homosexualität noch als Krankheit beschrieben. Es wird oft in Extremsituationen argumentiert. Das ist für Einsteiger meist nicht alltagstauglich.
Im Buch werden grundlegende Konzepte der Transaktionsanalyse besprochen, wie beispielsweise Ich-Zustände und Transaktionen.
Da das Buch inzwischen über 40 Jahre alt ist und die Transaktionsanalyse ständig weiterentwickelt wird, bietet es sich an mit aktuellerer Literatur einzusteigen. Ganz aktuell (2016), leider derzeit nur in Englisch erhältlich: “Into TA: A Comprehensive Textbook on Transactional Analysis” von William F. Cornell.
Auf Deutsch gibt es: Transaktionsanalyse: Eine Einführung von Ian Stewart und Vann Joines.
Oder du machst unseren Grundkurs Transaktionsanalyse mit dem du nach wenigen Klicks Transaktionsanalyse bequem von zuhause aus lernen kannst:
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4. Beispiel zu Okay-Positionen
Hier ein Erfahrungsbericht, wie ich (Steffen) die Ok-Positionen im Alltag verwende:

"Mein Mittagschlaf ist beendet. Ich fahre wieder zur Arbeit und habe einen Parkplatz für meinen Roller gefunden. Ich laufe die letzten Meter zum Büro. Da sehe einen Mann aus einem Geschäft kommen, der zehn Meter vor mir dieselbe Straße hinunterläuft. Ich werde nie ein Wort mit ihm wechseln. Er ist zufällig da. Die Situation ist völlig bedeutungslos. Wäre da das Thema Lebensskript nicht.
Lass uns ein paar Sekunden zurückspulen.
Als ich den Mann zum ersten mal erblicke, als er das Geschäft verlässt, kommt mir der Gedanke: „Ich bin cooler als er!“
Ich bleibe stehen und frage mich: „Was war das denn?“
Wie komme ich darauf mir ein Urteil zu bilden über einen wildfremden Mann, der einfach nur aus einem Geschäft rauskommt? Er ist nicht einmal auffällig gekleidet.
Mir wird bewusst, dass ich gerade über einen Menschen ein Urteil gefällt habe. Und zwar kein gutes.
Die Transaktionsanalyse kennt die 4 Ok-Positionen:
- Ich bin ok Du bist ok (+/+)
- Ich bin ok Du bist nicht ok (+/-)
- Ich bin nicht ok Du bist ok (-/+)
- Ich bin nicht ok Du bist nicht ok (-/-)
Jeder Mensch hat eine Grund-Disposition dieser vier Ausrichtungen. Sie prägen sich sehr früh im Leben. Du kannst dir sicherlich schon denken, welche meine ist: Ich bin ok Du bist nicht ok.

In der oben beschriebenen Situation hat diese Disposition scheinbar noch keine Auswirkungen. Scheinbar. Allerdings hat sie doch eine. Nämlich, dass ich mir damit eine Berechtigung gegeben habe, mich besonders cool und überlegen fühlen zu können. Das sind keine guten Bedingungen, um auf Augenhöhe und in Beziehung mit anderen zu interagieren. Stell dir vor, ich hätte nicht bemerkt, was ich da gerade gedacht habe.
Vielleicht wäre ich dann auch überheblich ins Büro gegangen. Andere könnten mich als arrogant wahrnehmen. Diese Kritik habe ich schon einmal gehört.
Jemand mit einer „Ich bin nicht ok Du bist ok“ Grundhaltung hätte sich vielleicht gedacht: „Boah, der ist viel cooler als ich“ und hätte sich damit selbst vielleicht einen Anlass gegeben, sich mies zu fühlen.
Mein erster Gedanke über den Mann war ein automatisierter. Das bedeutet, dass ich eventuell öfter so etwas denken könnte, ohne es zu bemerken. Tatsächlich ist das auch manchmal noch so. Solche Gedanken haben das Potential, ein Schicksal heraufzubeschwören. Womit wir beim Thema Lebensskript angekommen wären:
Stell dir vor, ich wäre durch irgendeinen Umstand mit dem Mann ins Gespräch gekommen. Unser erster Austausch wäre durch meinen Nich-OK-Gedanken schon getrübt gewesen. Diese Dynamik spricht Eric Berne auch mit seinem Buchtitel an: „Was sagen sie, nachdem sie ‚Guten Tag‘ gesagt haben?“

Bist du dir deiner Gedanken nicht bewusst, besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass du auf deine eigene Geschichte reinfällst und dir eine verzerrte Wirklichkeit kreierst.
Jetzt habe ich eine schlechte und eine gute Nachricht für dich. Zuerst die schlechte: Du hast bereits eine Disposition. Bei vielen Menschen ist das:
- "Ich bin ok Du bist nicht ok" (+/-)
- "Ich bin nicht ok Du bist ok" (-/+)
- Es gibt nur wenige mit "Ich bin nicht ok Du bist nicht ok (-/-)
Gedanken sind die Bausubstanz deines Lebensskripts. Führst du bereits auf dieser Ebene Änderungen herbei, änderst du auch dein Lebensskript. Jedoch kommen deine Gedanken automatisch. Du kannst nichts für sie. Du wirst gedacht. Jedoch kannst du deine Gedanken beobachten. Du musst auch nicht jeden Gedanken glauben, den du denkst und kannst sie im Nachhinein korrigieren.
So habe ich es auch getan. Nachdem mir aufgefallen war, dass ich den Mann abgewertet hatte, führte ich eine gedankliche Korrektur durch. Ich dachte mir bewusst: "Der ist bestimmt auch cool."
Übrigens: Die Lebensgrundpositionen ändern sich auch von Situation zu Situation. Jedoch bleibt eine Grunddisposition, an der nicht so einfach zu rütteln ist. Eine intensive Möglichkeit daran zu arbeiten stellt für mich (Steffen) zum Beispiel eine Visionssuche dar.
5. Übung zum Okay-Geviert
Hey hey, kein Grund frustriert zu sein, wenn du nicht von Natur aus eine Ich bin ok Du bist ok Disposition mitbringst. Die habe ich ja auch nicht. Es gibt Möglichkeiten während deines Alltags zu arbeiten.
Wir machen uns das transaktionsanalytische Änderungsprinzip zu eigen:
- Analyse
- Neuentscheidung
Wie das geht, dazu habe ich dir hier eine Übung vorbereitet. Einfach downloaden und los geht’s.
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Das ist im Wesentlichen zum Thema Ich bin ok, Du bist ok zu sagen. Falls du Fragen hast oder deine Geschichte teilen möchtest, kannst du das hier in den Kommentaren tun. Ich antworte immer persönlich.
Viele Grüße,
Dein Steffen
Über die Autoren: Bernd Taglieber und Steffen Raebricht

Bernd Taglieber: Supervisor, (Co-)Autor und Berater, Zertifizierter Transaktionsanalytiker (CTA), Organisationsentwickler, Coach und Supervisor, Unternehmer, hier erfährst du mehr über Bernd
Steffen Reabricht: Gründer von TA+, Selbstständig, Transaktionsanalyse-Trainer, Universitäts-Dozent (UT-Dallas), Trainer, Coach, Autor, Imker, hier erfährst du mehr über Steffen